Aber welcher Browser nun der beste ist?

Vor langer, langer Zeit, als Social Networks einfach Internetseiten wie alle anderen waren und nicht ein Teil des Lebens, habe ich Firefox verwendet. Als mein Fuchs dann dank der neuen Versionspolitik Mozillas immer, wenn ich ihn brauchte, ein neuer werden wollte, entschied ich, es mit einem anderen Browser zu versuchen. Dabei war ich meinen Browsern immer lange Zeit treu, denn man verbringt doch sehr viel Zeit mit ihnen. Ein bisschen wie mit einer Automarke oder einer Biermarke, auf die man schwört, obwohl man andere noch gar nicht probiert hat, glaube ich.

Nebenbei begannen meine Handys, nicht mehr nur SMS schreiben und telefonieren zu können, sodass auch ein mobiler Browser her musste. Da für Windows Mobile – was ich übrigens bis heute bereue – nur Opera Mobile infrage kam und kommt, habe ich dann auch Opera auf dem PC installiert. Schön, dass es nur noch selten eine neue Version gibt, schön ist die Schnellwahl, die Firefox damals noch nicht (von Haus aus) kannte. Toll sind die Mausgesten, fantastisch die Ladezeiten. Oder vielleicht war es auch nur Einbildung. Aber das ist auch eine Bildung, also war Opera ewig mein Browser, wurde mein E-Mail-Client und meistgenutzter Wegbegleiter auf dem Computer.

Und Ruhe ist in Rockmelt, auf Wunsch.

Aber irgendwann entschied ich mich doch für einen separaten E-Mail-Client. Mit Übersichtlichkeit kann Opera da nicht punkten. Und weil Social Networks dann cool wurden, weil auch ich nicht auf sie verzichten kann, oder mir das zumindest eingebildet habe, weil Freunde Freunden einen Browser empfehlen und auch tausende Menschen, die man nicht kennt und nie kennen wird, einen anderen Browser verwenden, weil Facebook-Integration in einem Browser sinnvoll erscheint und weil darum holte ich mir Rockmelt. Eigentlich nur so zum Testen, denn ich war skeptisch. Meinen Browser wechsele ich nicht wie meine Kleidung, mein Browser ist… mehr. Es wechselt doch auch niemand jede Woche sein Betriebssystem.

Leider hat Rockmelt einen ganz entscheidenden Nachteil: Es ist langsam. Ja, das ist so; Rockmelt basiert auf Chrome und ist l-a-n-g-s-a-m, damit meine ich nicht etwa die Ladezeiten der Seiten, daran ist die Telekom schuld. Aber wenn ich beim Öffnen eines Tabs zunächst sekundenlang Zeit habe, meinen Internetausflug zu planen, obwohl ich doch eigentlich schon genau weiß, was ich will und einfach tippen und loslegen möchte, lädt mir Rockmelt fröhlich einige meiner (selbstverständlich engsten) Facebook-Freunde, die bestimmt auch in diesen Genuss kommen wollen, und die ich ja einladen könnte. Wenn ich die Gesichter meiner Freunde dann auswendig kenne und die Leiste ausblende, überrascht mich der Browser sogar noch mit einem geheimnisvollen „See who’s birthday is today!“, möchte mich auf einen Geburtstag hinweisen, den ich auch sonst nicht vergessen hätte… Wie nett!

Jetzt reicht es: Ich möchte die Social Networks nicht per Knopfdruck ausschalten, ich möchte sie per Knopfdruck einschalten. Ich brauche auch keinen Browser, der lange startet und dann so schnell ist wie alle anderen. Ich lande nun doch wieder bei Firefox, der schnell startet, vielleicht auch nicht schneller ist und mich alle paar Wochen mit einem Update „erfreut“. Das nervt, das ist das einzige, was mich an ihm stört. Aber das war es auch, ich vermisse nichts, was ich in der Zwischenzeit kennengelernt habe. Zum Glück sehen alle Browser fast gleich aus, zum Glück kopiert ein Browser vom anderen. Zum Glück sieht die Schnellwahl in Firefox aus wie in Chrome, zum Glück gibt es überall Plugins für Mausgesten wie in Opera.

Welcher Browser der beste ist, weiß ich nicht, wahrscheinlich gibt es keinen, mittlerweile sind sie doch alle gleich. Aber es gibt Browser, die sich aus den persönlichen Interessen heraushalten, es gibt Browser, die stören und es gibt Browser, die zu jemandem passen. Aber vielleicht nicht zu mir, vielleicht zu den wenigsten. Der Internet Explorer ist da, besser als jemals zuvor, sagt man. Ich verwende ihn nicht – nicht weil er vielleicht schlechter wäre, sondern einfach weil ich ihn nicht verwende. Die Browser-Kriege (vor allem unter den Nutzern!) können beendet werden. Wir haben Besseres zu tun.
In diesem Sinne: tiptiptiptiptiptipclicktiptiptip… enter!

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Über lemaik

Ich bin Gründer von "Web der Wunder" und interessiere mich sehr für die Informatik. Ich schreibe eigene Programme, die ich dann zum Teil auf meiner Homepage veröffentliche und programmiere Internetseiten. Außerdem mag ich Tischtennis und das Internet. ;-)
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