Sind Computer in der Zukunft unsere Freunde?

Der Trendforscher Stephen Prentice hat am Dienstag auf der Bitkom in Berlin eine Prognose gemacht, die ich einerseits gut, ihr Eintreten aber recht unwahrscheinlich finde. Die Süddeutsche gibt die Prognose so wieder:

Der Umgang mit dem Computer wird sich in den nächsten Jahren so verändern, dass die Geräte zunehmend in den Hintergrund treten.

Diese Prognose scheint auf Erfahrung zu gründen, denn die Maus sei ja bereits verschwunden und als nächstes folge dann die Tastatur und letztlich die Geräte selbst. Dann konzentrieren wir uns also nur noch auf das, was sie tun? Gibt es dann wirklich kein „Mein Handy ist größer!“ und kein „Mein PC hat mehr Arbeitsspeicher!“ mehr, das die PC-Ära doch schon seit Beginn prägt?

Das glaube ich nun wirklich nicht. Wir sind einfach zu egoistisch und geben mit den technischen Geräten viel zu gerne an, sie sind ein Teil von uns und wir zeigen sie. Das gilt zumindest für die meisten Menschen.
Interessant und durchaus realistisch finde ich aber seinen Gedanken, dass die Beziehung zu den Geräten immer natürlicher wird. In jedem Zukunftsroman findet man einen sprachgesteuerten PC, aber auf keinem PC nutzt derzeit jemand die Sprachsteuerung, weil er es kann, sondern häufiger aus gesundheitlichen Gründen. Aber beispielsweise die Kinect, in der das Gerät eigentlich egal ist, aber der Effekt, dass man mit seinen Bewegungen den Computer steuert, zeigt, dass die Menschen offenbar wirklich auf „natürliche Interaktion“ mit Computern und Konsolen „stehen“.

Wir haben eine Liebesbeziehung zu den Geräten […], aber das werden wir verlieren.

Das ist in den Worten von Prentice eine Prognose, für mich ist es eine Hoffnung. Wenn die Geräte immer natürlicher mit uns interagieren und die Sprachsteuerung doch noch einmal wiederauflebt, und damit meine ich die beim normalen PC, bei Navigationssystemen ist sie ja durchaus beliebt, dann kann man sich viel extremer an den Computer binden.
Ein sehr überzogenes Szenario von Computersucht, was sich da auftut…

Advertisements
Veröffentlicht unter Computer, Hardware, Ideen und Gedanken | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Google Fiber – Wird die Suchmaschine zum Provider?

Google ist immer wieder für eine Überraschung gut, beispielsweise für StreetView und löst damit auch gern einmal große Bedenken aus. Aber mit Googles neuestem Geniestreich hätten wohl nicht viele gerechnet, denn der Suchmaschinengigant plant jetzt, eigene Glasfaserleitungen zu legen und so die USA mit Internet zu versorgen, das die derzeitige Durchschnittsgeschwindigkeit um den Faktor 100 übertreffen soll.

In Kansas City hat Google zu zunächst solche Leitungen gelegt. „Das ist keine Betaphase, kein Experiment“, sagt die Google Fiber-Sprecherin Jenna Wandres. Das ganze ist offenbar tatsächlich durchdacht und marktreif. Kritiker bezweifeln nämlich (denn Kritiker bezweifeln ja immer etwas, darum sind es Kritiker), dass Google Fiber ein absolutes Verlustgeschäft wird, weil zwischen 800 und 1300 Dollar Installationskosten pro Kunde anfallen.

Aber auch den Erfinder der Glühbirne hat man ausgelacht und letztlich ist Google ja nun auch nicht gerade für das Ausbauen der Internetleitungen bekannt. Aber es gab ja auch schon einmal die Vision, dass Google ins Stromversorgungsgeschäft einsteigen möchte – gehört habe ich davon nie wieder. Allerdings ist Google Fiber keine Vision mehr, sondern eine Geschäftssparte, wie Mail, Drive oder Maps.

Die Angebote von Google können sich durchaus sehen lassen, es wird „kostenloses“ Internet für einmalig 300 Dollar geboten, alternativ für 25 Dollar pro Monat. Das hat dann zwar keine Glasfasergeschwindigkeit, aber eine, für die ich fast nach Amerika ziehen würde. 😉 Für noch weniger kostenlose 70 Dollar im Monat bekommt man dann eine anständige Glasfaserleitung und gleich noch einen Terrabyte Cloud-Space obendrauf. Die Einrichtungsgebühr dazu hat Google, wie ich gerade sehe, auch gestrichen.

Ich frage mich, wie Google das finanzieren will. Haben wir bald werbefinanzierte Internetleitungen? Oder… wann haben wir denn etwas davon, wann kommt Google Fiber nach Deutschland und – kommt Google Fiber jemals nach Deutschland?

Veröffentlicht unter Computer, Film und TV, Internet | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Musik aus dem Pappkarton

Sieht aus wie Pappe und besteht auch daraus – fast!

Was klingt und aussieht wie ein verspäteter Aprilscherz und vielleicht etwas an die Google 3D-Brille zum ausdrucken erinnert, ist das Projekt des berliner DJs und Illustrierers Axel Pfaender. Mit einer Kickstarter-Kampagne erhielt er innerhalb von 30 Tagen über 20.000 Dollar und konnte so mit dem Projekt starten.

Die „Berlin Boombox“ ist ein Bastelbogen für einen Lautsprecher in Form eines Radios, an das über eine normale 3,5 mm-Klinge alle MP3-Player angeschlossen werden können. Das ganze kommt inklusive Bastelanleitung und angeblich sind keine Nerd-Kentnisse nötig, um das 850 Gramm schwere, mit zwei Lautsprechern ausgestattete Pappmodell zusammenzubauen. Auch Schere und weißer Bastelkleber (ein Hallo an die Art Attack-Fans!) sind nicht nötig.

Die Idee ist wirklich genial, was sich auch am großen Erfolg der Boombox zeigt. Und auf jeden Fall ein echter Hingucker, wenn auch nicht unbedingt handlich (35 Zentimeter breit, 25 Zentimeter hoch, 11 Zentimeter tief).
Mit 65 Euro ist der etwas größere Lautsprecher sogar noch erschwinglich, da hatten wir schon wesentlich teurere iPod-Docks. 😀

Veröffentlicht unter Hardware, Ideen und Gedanken, Internet | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Erst Megaupload, bald „Mega“

Kim Schmitz, das ist der Gründer von Megaupload, das ist ein nun wieder existierender One-Click-Hoster, wurde wegen groß angelegter Urheberrechtsverletzung angeklagt, nachdem auf der Plattform zahlreiche Inhalte illegal verbreitet wurden.

Das ist schon einige Zeit her… Aber auch jetzt hat der in Kiel geborene Internet-„Unternehmer“, der am 19. Januar festgenommen wurde, die Gerichtsverhandlungen noch nicht ganz überstanden.
Allerdings hält ihn diese Tatsache nicht davon ab, gleich eine neue Tauschbörse anzukündigen. Diesmal soll offenbar alles so verschlüsselt werden, dass auch der Betreiber es nicht entschlüsseln kann – und somit keine Daten nachweisbar sind.

Auch, wenn diese ganzen Machenschaften selbstverständlich falsch ist (von Unrechtmäßigkeit kann bisher noch keine Rede sein, die Entscheidung wurde schließlich bis zum März 2013 vertagt) muss man dem Herrn Schmitz zwei Dinge lassen:

  1. Er hat extrem gute Anwälte (oder eine Menge Glück)
  2. Dieser Mann hat Ideen und hält an ihnen fest

Man könnte es aber auch so formulieren: Manche Menschen lernen’s nie. 😉 Auf pcgames.de formuliert es ein Besucher (sehr treffend) so:

Dieser Mensch ist einfach unbelehrbar. Auch wenn sie ihn jetzt nicht am Wickel kriegen, heisst das nicht, dass es auch so bleiben muss. Scheinbar leidet Herr Schmitz unter Realitätsverlust und fühlt sich unantastbar.
– venom1981

Veröffentlicht unter Film und TV, Internet, Musik und Bands, Politik | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Vier Jahre Web der Wunder

Candles spell out the traditional English birt...Als ich am 15. Oktober 2008 den Blog hier eingerichtet habe, dachte ich wirklich noch nicht, dass ich hier tatsächlich auch in vier Jahren noch schreiben würde. Ich hätte auch nicht gedacht, dass es tatsächlich einige Besucher geben würde, die sich für den Inhalt interessieren… 😉

Aber jetzt ist es soweit, vier Jahre Web der Wunder sind rum, vier Jahre mit leider weniger Artikeln als es sein könnten – aber es gibt ja auch noch ein Leben jenseits des Internets. Mal gucken, wie es weiter geht und auf die nächsten vier!

Im Namen aller Autoren ein großes Dankeschön an alle Kommentatoren und Leser! 🙂

Veröffentlicht unter Web der Wunder | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen