Noetik in „Das verlorene Symbol“ – Wissenschaft mit Denkfehler?

Das verlorene SymbolIch lese derzeit das Buch „Das verlorene Symbol“ von Dan Brown. Wie auch seine anderen Bücher „Diabolus“, „Sakrileg“, „Illuminati“ und „Meteor“ ein wunderbares Buch, in dem Brown aus Fakten und einem Hauch Mysterien einen spannenden Roman erschafft.

In der Geschichte will der Sohn eines Freimaurers die Ergebnisse seiner Schwester vernichten, die auf dem Gebiet der Noetik forscht. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht über den Inhalt schreiben, ich finde lediglich, dass die dortige Vorstellung der Noetik einen kleinen Denkfehler beinhaltet.

Die Noetik lässt Brown seine Charaktere sinngemäß so erklären:

Wenn wir denken, bewegen sich Teilchen in unserem Gehirn. Diese Teilchen haben eine (wenn auch winzige) Masse. Aufgrund der Massenanziehung muss es möglich sein, auf andere Gegenstände eine Kraft auszuüben. Daraus folgt, dass, wenn die Massen vieler gleicher Gedanken verschmelzen, die Masse dieses Gedankens wächst.

An genau der Stelle sehe ich einen erheblichen Denkfehler. Denn schließlich haben alle Gedanken wenn überhaupt eine Masse, die eine Kraft wirken kann. Dabei ist es doch aber egal, woran wir denken, denn sonst müssten alle Gedanke-Massen verschieden sein, damit sie sich nur mit ihresgleichen verschmelzen. Komische Erklärung in dem Buch.

Es muss also eine kleine Recherche her – und irgendwie fand ich mehr Kritik als Fakten. Aber auch ich bin mir nicht sicher, ob an dieser Wissenschaft etwas dran ist. Auf jeden Fall finde ich das Wiegen der Seele, wie es in „Das verlorene Symbol“ geschildert wird, doch sehr weit hergeholt und ungläubig. Im Roman wird ein sterbender Mensch um einige Mikrogramm leichter, obwohl er sich in einem abgeschlossenen Raum befindet, sich die Masse also eigentlich nicht verändern dürfte. Schade, bisher fand ich Browns Romane glaubwürdiger.

Auch wenn man vielleicht nicht die Seele messen kann, die Noetik erforscht auch kleinere Fragen, zum Beispiel ob man tatsächlich mit Gedankenkraft Massen verändern kann, was schließlich die Grundfrage ist.

Ich stehe der Wissenschaft allerdings eher skeptisch gegenüber, obwohl ich zum Beispiel an luzide Träume glaube, weil ich sie selbst schon erlebt habe. Aber das ist ein rein geistiges Phänomen –  eine Veränderung meiner Umwelt durch Gedanken wäre dann doch schon etwas anderes, oder? Aber dennoch, ich akzeptiere die Wissenschaft und irgendwie wäre es schon cool, wenn in ein paar Jahren vielleicht einige Ergebnisse geliefert werden. 😉

Aber wer weiß, vielleicht gibt es ja in den nächsten Jahren tatsächlich Ergebnisse – generell ausschließen würde ich solche „übernatürlichen“ Kräfte nicht, haben doch viele von uns zum Beispiel schon einmal Telepathie erlebt, indem man an jemanden denkt und genau diese Person wenig später anruft oder vor der Tür steht.

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Über lemaik

Ich bin Gründer von "Web der Wunder" und interessiere mich sehr für die Informatik. Ich schreibe eigene Programme, die ich dann zum Teil auf meiner Homepage veröffentliche und programmiere Internetseiten. Außerdem mag ich Tischtennis und das Internet. ;-)
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3 Antworten zu Noetik in „Das verlorene Symbol“ – Wissenschaft mit Denkfehler?

  1. quantenlog schreibt:

    Hier ein Linktipp: http://www.weltderphysik.de/thema/physik-im-spielfilm/illuminati/wahr-oder-falsch/ Wenn man sich mit dem Thema etwas auskennt, dann stört es halt, wenn man so ein Buch ließt. Spannend ist es natürlich trotzdem

  2. quantenlog schreibt:

    Bei Dan Brown findet man eher einen Hauch Fakten und Mysterien. Vor allem die „Wissenschaft“ in Illuminati ist haarsträubend. Und ernsthaft über das Gewicht von Gedanken zu schreiben… also bitte. Das sind eben Romane, die unterhalten sollen und die haben keinerlei Anspruch auf wissenschaftliche Richtigkeit haben.

    • Maik schreibt:

      Ja, es sind Romane. Aber gerade bei dem letzten Buch hatte ich am das Gefühl, dass noch weniger Fakten eingebaut wurden und war daher leicht enttäuscht. Dennoch, unterhaltsam ist das Buch, da kann ich nichts kritisieren. 😉

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