Anonymous kämpft gegen Rechts

Dass die Hacker, die sich als „Anonymous“ zusammengeschlossen haben, eine recht eigenartige Auffassung von Recht haben, ist ja bereits bekannt. Schließlich ist es sicherlich keine Lösung, den Willen durchzusetzen, indem man die betreffenden Unternehmen hackt und Daten stiehlt.

Aber das neueste „Projekt“ der Gruppe hat es wirklich in sich. Seit dem 18. Dezember 2011 gibt es die Seite nazi-leaks.net, auf der die Hacker die im Rahmen der von ihnen sogenannten „Operation Blitzkrieg“ erspähten Daten veröffentlichen.

Die NPD, die natürlich stets im Sinne der Gesetze und der Verfassung handelt (Ironie ist nun deaktiviert), hat selbstverständlich sofort Anzeige erstattet – zu Recht?

Ich denke schon, denn es ist definitiv nicht in Ordnung, dass die Namen und Anschriften veröffentlicht werden – auch nicht, wenn es Personen sind, die mit der NPD in Kontakt standen – das ist an sich ja noch kein Verbrechen. Es hilft auch sicherlich nicht, geplante Anschläge zu verhindern und die Täter zu fassen, aber es ist immer noch besser, als zuzusehen, wie es der Verfassungsschutz anscheinend getan hat.

Eines zeigen die Hacker-Angriffe und die Tatsache, dass Seiten der rechten Szene in letzter Zeit ein beliebtes Ziel sind allerdings deutlich auf: Es soll etwas gegen die Nationalsozialisten getan werden und offensichtlich dauert einigen ein Parteiverbotsverfahren einfach zu lange.

Stimmt ja auch! Aber das ist doch gerade das Problem mit der NPD. Wird sie verboten, würde sie sich unter anderem Namen neu gründen (oder schlimmstenfalls noch unsere anderen Parteien unterwandern?), aber schon beim Versuch, sie zu verbieten, bleiben schlichtweg die Argumente aus: Die NPD schleift sich so eng am Grundgesetz entlang, dass man sie gerade eben nicht verbieten kann. Als Beispiel dürfte ein Wahlplakat aus Mecklenburg Vorpommern dienen, auf dem ganz groß stand „Ausländer raus!“. Ganz klein – und von kurzer Entfernung schon kaum zu erkennen – war darüber noch „Kriminelle“ zu lesen. So macht man dann wohl in Deutschland staatsfeindliche Parolen verfassungskonform.

Aber „dank“ der Gewalttaten und Planungen von NPD-Mitgliedern hat der Verfassungsschutz wohl endlich wieder die Motivation gefunden, zu zeigen, dass diese Demokratie eine wehrhafte Demokratie ist, ganz, wie es in der Schule gelehrt wird.

Wollen wir mal abwarten, was das neue Jahr bringt. Vielleicht schreibe ich in einem halben Jahr schon vom Verbot der NPD – wäre doch ein schönes Ereignis. 😉

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Über lemaik

Ich bin Gründer von "Web der Wunder" und interessiere mich sehr für die Informatik. Ich schreibe eigene Programme, die ich dann zum Teil auf meiner Homepage veröffentliche und programmiere Internetseiten. Außerdem mag ich Tischtennis und das Internet. ;-)
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2 Antworten zu Anonymous kämpft gegen Rechts

  1. Pingback: Mich graust es « Literaturblog von Nomadenseele

  2. nomadenseele schreibt:

    Ich finde es immer wieder erschreckend, wie Leute (hier: Anonymous) es schaffen, Straftaten zu begehen und sich noch als *die Guten* zu betrachten.

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