Der eigentliche und der neue Sinn von Programmversionen

Früher war alles einfacher. Das ist in vielen Bereichen so – und irgendwie auch bei den Versionen von Programmen. Windows kam mit Version 1.0 heraus, wurde bis 3.11 entwickelt und anschließend zwar unter neuen Namen, jedoch immer mit einfach erhöhter Hauptversion, vertrieben. Windows NT fing ja letztlich auch einfach mit einer 1.0 an und landet jetzt schon bei 6.1 für Windows 7.

Aber warum eigentlich Version 6.1? Einfach aus den Kompatibilitätsgründen, da viele Programme nur nachsehen, ob da eine 6 steht und ansonsten nicht funktionieren? Oder ist dies vielleicht der Beleg dafür, dass Vista doch nur eine Zwischenversion sei. Wird Windows 8 dann NT 6.2 werden?

Fakt ist – und das hat Microsoft auch bemerkt – neue, große Zahlen vermarkten sich besser. Rein psychisch ist eine (vermeintlich) neue Hauptversion doch viel besser als nur eine neue Minorversion. 😉 Man denkt, dass man ja schon total veraltet ist, wo es doch schon Windows 7 gibt und man selbst ja quasi noch mit Windows 6 fährt und so weiter.

Allerdings: Bei einem Betriebssystem ändert sich bei einem solchen Versionssprung auch immer einer ganze Menge. Bei einem Browser hingegen nicht. Macht aber nichts, Google veröffentlicht dennoch in rasender Geschwindigkeit neue Versionen vom Browser Chrome. Mittlerweile sind wir bei der Beta-Version von Chrome 13.

Auch Firefox hat sich diesem System angepasst. Während es für die nach altem System benannte Version 3.6 weiterhin Updates geben wird, läuft die 4er-Reihe läuft bereits nach etwa drei Monaten aus und wird durch Firefox 5 ersetzt – gleichzeitig gibt es erste Builds von Firefox 6.

Das scheint wohl modern zu sein, die Produkte entweder willkürlich neu zu „versionieren“ oder stets eine neue Hauptversion zu verwenden. Wenn ich mir die wesentlichen Unterschiede zwischen Opera 10 und 11 ansehe, fällt mir eigentlich nur ein leicht überarbeitetes E-Mail-Panel auf. Sehe ich mir hingegen die Unterschiede zwischen der ersten 11er-Version und 11.11 an, stelle ich ein überarbeitetes Speed Dial fest, also gleich auf den ersten Blick etwas Neues – und das bei einer Unterversion. Bei Opera 11.50 wird es noch mehr Unterschiede geben, beispielsweise Gadgets als Speed Dial-Felder für Wetter und ähnliche Dinge – auch nur als neue Unterversion.

Irgendwas ist hier doch verkehrt?! Wenn ich ein Programm schreibe, dann gibt es in der Regel nur neue Unterversionen, manchmal nur neue Release-Nummern. Erst wenn es wirklich große Änderungen gibt, vergebe ich eine neue Hauptversion, die dann allerdings auch eine Weile beibehalten wird, denn sonst wäre ich schon in einigen Fällen bei Version 99. 😀 „Hast du schon Chrome 312?“ – „Was? Ich hab mir doch letztens erst 256 geladen…“

Zum Schluss noch ein kleiner Vorteil von stets neuen Hauptversionen: Vielleicht vergessen die Benutzer das Aktualisieren nicht so leicht, weil sie eben denken, es hätte sich wirklich viel verändert, der Effekt mit den Zahlen, den ich schon genannt hatte. Dagegen spricht allerdings, dass es immernoch Nutzer vom Internet Explorer 6 gibt, gegen dessen Nutzung selbst Microsoft schon eine Kampagne führt.

Advertisements

Über lemaik

Ich bin Gründer von "Web der Wunder" und interessiere mich sehr für die Informatik. Ich schreibe eigene Programme, die ich dann zum Teil auf meiner Homepage veröffentliche und programmiere Internetseiten. Außerdem mag ich Tischtennis und das Internet. ;-)
Dieser Beitrag wurde unter Internet, Software, Windows abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Was sagst du dazu?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s