Über die Endlosschleife in der UN

Nachdem ich mich vor kurzem ein wenig mit den Vereinten Nationen (UN) befasst habe, möchte ich jetzt über meine gewonnenen Erkenntnisse und entstandenen Kritikpunkte schreiben.

Die Organisation der UN gestaltet sich relativ einfach, zumindest, wenn man nur die wichtigsten Züge erklärt. Da hätten wir die Generalversammlung, die aus Vertretern aller Mitgliedsstaaten besteht. Zweitens gibt es das Sekretariat, das für meinen Artikel aber kaum von Bedeutung ist. Der höchste Beamte dort ist der Generalsekretär, der auf fünf Jahre gewählt wird, aber das nur als Nebeninformation. Viel wichtiger ist für mich der wohl bekannte UN-Sicherheitsrat. Dieser besteht immer aus Vertretern aus China, Russland, Frankreich, dem Vereinigten Königreich und den USA. Dazu kommen noch 10 von der Generalversammlung gewählte Vertreter von jeweils einem Land.

Diese Länder (ich möchte sie nun personalisieren, da die Vorgänge so leichter zu verstehen und zu erklären sind), also die „festen“ Länder im Sicherheitsrat, haben bei allen Beschlüssen (außer Verfahrensfragen) ein Vetorecht.

Vielleicht fällt jetzt schon der erste Punkt der Kritik auf. Denn es befinden sich immer Länder mit doch sehr gegensätzlichen Absichten im Sicherheitsrat, die man auch nicht abwählen kann. Und? Kleines Beispiel: Bei 69 Konventionen, die Israel betrafen, legte die USA ein Veto ein. Sagt jedenfalls Wikipedia, aber auch ohne kann man wetten: Wenn es ein Veto gibt, dann ist immer einer dabei: die USA oder Russland.

Aber warum ändert man die Charta dann nicht endlich, sodass die festen Plätze im Sicherheitsrat entfallen? Die Antwort auf diese Frage ist so einfach wie fatal: Der Sicherheitsrat müsste das einstimmig akzeptieren. Vermutlich wären da mindestens fünf Länder dagegen. Wahrscheinlich zufällig die fünf „festen“ Staaten… komisch! Und dann beginnt das wieder von vorne; es schlägt wieder jemand vor, den Sicherheitsrat aufzulösen, wieder legt ein Staat ein Veto ein und so weiter.

Aber die UN hat selbstverständlich wichtigere Ziele als Uneinigkeit innerhalb eines ihrer Organe zu verursachen. Zu diesen gehört auch die Schaffung und Sicherung des Friedens. Ein lobenswertes Vorhaben, das mit den vorgesehenen Mitteln auch einmal geklappt hat! Das Prinzip ist einfach: Zwei Länder „streiten“ sich und wollen einander angreifen. Die UN sendet also Blauhelme aus, das sind unbewaffnete Soldaten, wenn man sie so nennen kann , die dann dort stehen und so autoritär sind, dass man sie nicht angreift. Genau! Denn laut UN-Charta greift man ja, indem man ein Land angreift, alle Mitgliedsländer an. Und indem man einen Blauhelm angreift, greift man somit fast die ganze Welt an. Also lieber nicht, denken die Länder… und einigen sich anders.

Probleme gibt es nur dann , wenn die Angreifer etwas weniger Respekt gegen den Rest der Welt haben – so, wie zum Beispiel vor einiger Zeit in Kongo. Dort herrschte gerade Bürgerkrieg und um Frieden zu schaffen, sendete man Blauhelme. Übrigens senden die Mitgliederstaaten diese stets freiwillig – Deutschland hat noch nie welche gestellt. Jedenfalls wurden die Blauhelme dann angegriffen und konnten sich nicht wehren, sodass auch welche getötet wurden. Respekt gibt es also heute nicht mehr – und somit funktioniert das Prinzip nicht, jedenfalls nicht so. Da man aber Krieg nicht mit Krieg bekämpfen kann, hat der Sicherheitsrat (aber immerhin) erlaubt, in Kongo, und nur dort, Waffen zur Verteidigung mit zuführen. Allerdings nur zur Verteidigung, was ich persönlich auch gut finde.

Man sieht also, dass die UN gute Absichten zum Teil schlecht umsetzt. Einige Dinge (wie die Zusammensetzung des Sicherheitsrates) erscheinen auch wenig durchdacht. Aber eine Besserung ist nicht möglich, womit wir am Ende wieder am Anfang wären – bei der Endlosschleife. Die einzige Lösung wäre eine Auflösung der UN – aber die wird es nie geben. Und selbst wenn: Hat jemand ein besseres Konzept, das klappen würde? Ja? Sehr gut, aber vom Kommunismus dachte ein Herr Marx auch einmal, dass er besser sei. 😉

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Über lemaik

Ich bin Gründer von "Web der Wunder" und interessiere mich sehr für die Informatik. Ich schreibe eigene Programme, die ich dann zum Teil auf meiner Homepage veröffentliche und programmiere Internetseiten. Außerdem mag ich Tischtennis und das Internet. ;-)
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