Brief an unseren Bundespräsidenten

Nach den neusten politischen Ereignissen habe ich mir einmal ans Herz gefasst und einen Brief an unseren Bundespräsidenten geschrieben, in dem ich Herrn Wulff zu mehr Einfluss und zu mehr Engagement an der katastrophalen Situation Deutschlands anstacheln möchte, aber lest selbst: (Persönliche Daten habe ich herausgenommen, um etwas anonym zu bleiben.)

Sehr geehrter Bundespräsident Christian Wulff,

zunächst etwas zu meiner Person: Mein Name ist Morten *** und ich bin ein 15-jähriger Schüler des Gymnasiums ***. Ich habe in den letzten Monaten den politischen und gesellschaftlichen Wandel unseres Staates beobachtet und ich möchte mich mit diesem Gesuch an Sie wenden, werter Herr Wulff, da Sie außerhalb der Parteien stehen und von vielen Bürgern – wie auch von mir – als Streitschlichter angesehen werden.

Ich mache mir ernsthafte Sorgen um Deutschland und vor allem um unser geliebtes Bundesland Niedersachsen. Bitte schlichten Sie das Chaos und beseitigen Sie die Missverständnisse zwischen Regierung und Volk!

Sie als ehemaliger Niedersachse werden sicherlich meine Sorgen teilen, dass unser Land durch die massive und erbarmungslose Atommüll-Politik „verschandelt wird“, um es in einigermaßen angemessene Worte zu fassen. Ich kann einfach nicht begreifen, wie Niedersachsen, ein Bundesland, das seinen elektrischen Strom schon zu einem beträchtlichen Teil durch regenerative Energie gewinnt, mit radioaktivem Atommüll regelrecht „vollgestopft“ wird. Wir sind doch nicht die Atom-Mülltonne der gesamten EU!

Hört die Regierung denn nicht die Rufe ihrer eigenen Bürger?

Eines möchte ich jedoch klar stellen: Ich gebe Ihnen in keinster Weise Schuld an dieser Misere. Ich möchte Ihnen nur verdeutlichen, dass wir, die Niedersachsen, uns Sorgen um unsere geliebtes Bundesland machen. Ich empfinde es als wichtig, dass unsere Kinder und zukünftigen Generationen frische und saubere, norddeutsche Landluft einatmen können und nicht an radioaktiv verseuchter Luft zugrunde gehen!

Des Weiteren bitte ich Sie von ganzem Herzen darum, die Polizisten und rechtschaffenden Menschen zu schützen!

Wenn ich im Fernsehen und Radio erfahre, wie die Polizei als Schlagstock unserer Regierung missbraucht wird, wird mir immer ganz anders. Es ist verständlich und auch völlig in meinem Sinne, dass Extremisten und Autonome in ihre Schranken verwiesen werden müssen – aber weshalb wird denn unbedingt auch auf Senioren und Kindern eingeschlagen? Wo bleibt die Kommunikation zwischen Volk und Regierung? Oder haben die CDU und die FDP Angst, eigene Fehler zu akzeptieren?

Vielleicht können Sie mir dies erläutern, Herr Wulff, denn nach meinem Erachten ist das Verständnis zwischen Wähler und Gewähltem das Wichtigste in einer gut funktionierenden Demokratie. Nun, werter Herr Wulff, habe ich aufgeführt, was mir Sorgen in unserer Bundesrepublik macht. Jetzt liegt es an Ihnen. Selbstverständlich habe ich Verständnis für Ihre zeitliche Knappheit. Daher würde ich mich schon freuen, wenn sie sich diesen Brief nur durchlesen, geschweige denn, sich den Inhalt zu Herzen nehmen würden. Ich plädiere lediglich ein letztes Mal an Ihr niedersächsisches Herz: Bitte helfen Sie uns. Wer weiß schon, was passieren wird, wenn niemand eingreifen wird.

Über eine Antwort von Ihnen würde ich mich außerordentlich freuen.

Mit allerhöchstem Respekt,

Morten ***

Diesen Brief habe ich so am Dienstagabend (9. November 2010) an Herrn Wulff gesendet. Mal sehen, ob ich eine Antwort bekomme.

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Über Morten

Vom Mir gibt es wissenschaftliche Artikel, die uns begeistern. Mit meiner kompetenten Freakigkeit werde ich uns so manche interessante Dinge erläutern.
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5 Antworten zu Brief an unseren Bundespräsidenten

  1. Viviane schreibt:

    ich glabe es muss niedersachsen sein weil es in der mitte liegt, außerdem ist es dsoch so das sich jeder ungerecht behandelt fühlt ob das jetzt niedersachsen oder ein anderes bundesland ist. das kennen wir doch „wir haben die wenigsten Atomkraftwerke“ etc.

  2. Horst_K schreibt:

    Danke Morten,

    Du sprichst allen Niedersachsen aus der Seele (auch denjenigen, die sich zur Zeit im Exil befinden). Es kann nicht sein, dass an einem „Endlager“ festgehalten wird, was noch nicht mal sicher ist. Und nur weil die anderen Bundesländer (noch nicht mal die EU-Länder) sich zu fein sind den Müll bei sich auf zu nehmen.

    Was ist der Grund für das „Endlager“ in Niedersachsen? Genau… es hat sich ganz gut gepasst, dass man es dem Feind einfach vor die Füße kippen konnte. Aber diesen Feind gibt es seit 1990 nicht mehr!!! Und nun soll das Zeug Mitten in Deutschland liegen! Prost Mahlzeit!

    Ich bin nicht komplett gegen die Atomkraft! ABER solange es keine vernünftige Lösung für die Endlagerfrage gibt, sollte man so schnell und effektiv wie möglich Alternativen finden und fördern.

    Es ist gut, dass es noch junge Patrioten gibt! Das zeigt, dass einem die Umwelt (ökologische und humane) nicht vollkommen egal sind!

  3. Pingback: Hinweis auf einen Brief an unseren Bundes-Wulff « Freies in Wort und Schrift

  4. AlterKnacker schreibt:

    Darf ich den ‚Brief‘ bei uns „http://free1words.wordpress.com/“ als Gastbeitrag übernehmen?

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