Von Personalausweisen und ePost Briefen

Heute machte mich die gute alte Tagesschau mal wieder hellhörig. „PINs hacken und verändern – ein Kinderspiel“ lautet die Überschrift des Artikels, auf den ich gestoßen bin. Dort werden viele der Sicherheitslücken vom Prototyp des neuen elektronischen Personalausweises aufgedeckt und gezielt ausgenutzt, um „so an wichtige Informationen wie Geheimnummern oder Bankdaten kommen [zu] können.“

Das ist natürlich eine nette Sache, denn das könnte in Zukunft Überfälle vermeiden, da einfach nur Karten umgebaut werden müssen. 😀 An dieser Stelle melden sich sehr viele Kritiker und Datenschützer in den Medien. Man hört quasi wöchentlich etwas Neues. Spannend finde ich auch folgendes, entnommen aus dem bereits erwähnten Artikel der Tagesschau:

Im Rahmen des WDR-Magazins „Markt“ gelang es auch Schülern einer neunten Klasse, den Chip auf dem Ausweis zu deaktivieren.

Also, liebe Redaktion… das bekommt so, wie Sie es beschreiben, auch ein Erstklässler hin. Hammer drauf und schon ist der Ausweis deaktiviert. 😉

Einerseits erschreckend, dass es so viele und anscheinend so offensichtliche Lücken gibt. Noch erschreckender ist allerdings, dass beim Einführen des ePost Briefes, mit dem normale und auch amtliche (!!) Briefe über das Internet gesendet und empfangen werden können, kaum eine Datenschützerstimme zu hören war. Doch schon bei dem Motto „…einfach wie eine E-Mail…“ sollte es doch klingeln. Die einzige Sicherheit ist nämlich, dass man genau weiß, von wem der Brief kommt. Dies zumindest sicherer als mit herkömmlichen E-Mails. (Eine E-Mail von maik@email.de muss nicht von mir kommen, ein ePost-Brief von mir schon, da der direkt mit dem Personalausweis verbunden wäre.)

Aber könnten die E-Mails nicht einfach abgefangen werden? Der Post selbst traue ich ja ein gewisses Maß an Vertraulichkeit und Sicherheit zu, aber was, wenn Hacker oder Spyware diese schon auf dem Weg von meiner Tastatur zum ePost-Server abfangen? Oder wenn Hacker mein Passwort haben und schon einmal für mich meine Rechnungen lesen? Eine sehr nette Vorstellung eigentlich, wenn sie die auch gleich noch bezahlen. Ansonsten aber: NEIN?! Ich habe mit vertraulichen Daten in E-Mails manchmal schon Probleme bzw. Angst gewisse Vorwände, sie wirklich zu senden. Aber jetzt noch amtliche Briefe auf dem Bildschirm haben, das muss nicht sein.

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Über lemaik

Ich bin Gründer von "Web der Wunder" und interessiere mich sehr für die Informatik. Ich schreibe eigene Programme, die ich dann zum Teil auf meiner Homepage veröffentliche und programmiere Internetseiten. Außerdem mag ich Tischtennis und das Internet. ;-)
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Eine Antwort zu Von Personalausweisen und ePost Briefen

  1. Soja schreibt:

    Gerade erst hat der e-Postbrief ja eine Rüge bekommen – und die Sache mit dem Datenschutz ist auch so ein Thema. Aber letztlich scheinen sie im Moment sowieso nicht viele Kunden davon begeistern zu können – so jedenfalls der Tenor der Berichterstattung.

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