Verkauft ICQ Benutzerdaten?

Jedem, der schon einmal die Privacy Policy des Instant Messagers ICQ gelesen hat, dürften auch die folgenden Zeilen aufgefallen sein.

Your ICQ Services Information is used to:

  • Operate and improve the Software, Web sites, services and offerings available through the ICQ Services;
  • Provide to you personalized content and advertisements;
  • Fulfill your requests for products, programs, and services;
  • Communicate with you and respond to your inquiries;
  • Conduct research about your use of the ICQ Services; and
  • Help offer you other products, programs, or services that may be of interest to you.

Na wunderbar, ICQ verkauft also offensichtlich Informationen über mich an Werbefirmen, um mir “Produkte zu zeigen, an denen ich interessiert sein könnte”. Dazu sind natürlich auch die gespeicherten Gespräche ganz nützlich. Aber egal, es wird schon kein Buch erscheinen, das dann den Titel “Maik’s Gespräche Band 1” trägt.

Heute ist mir allerdings aufgefallen, dass man die Funktion SMS senden nur kostenlos nutzen kann, wenn der Benutzer in seinem Profil keine Handynummer angegeben hat. Auch das Senden einer zweiten SMS ist natürlich nicht möglich, da ICQ ja schon mit der ersten eine weitere Handynummer besitzt. Und das finde ich schon dramatischer als das Verkaufen meiner Infos an Werbefirmen und das Aufzeichnen meiner Nachrichten (wovon ich bei so etwas ausgehen muss). Denn ICQ wird die Nummern garantiert an Firmen verkaufen, und logischerweise ist auch nur die erste SMS kostenlos, denn nur durch die neue Nummer verdient ICQ Geld. Da machen die paar Cent für eine SMS dann auch nichts mehr.

Jedenfalls werde ich ICQ trotzdem weiter benutzen. Ich verschicke meine SMSs weiterhin mit dem Handy, verrate die Nummern meiner Freunde also nicht an die Firma. Und mit dem Speichern der Daten und Nachrichten muss ich bei so einem Programm rechnen, egal ob ICQ oder ein beliebiges anderes Web-Programm.

Nachtrag: Ja, das wäre in Deutschland theoretisch verboten. Aber die Server von ICQ stehen in den USA und auch das Unternehmen hat dort seinen Sitz. Also gilt dafür auch amerikanisches Recht.

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Über lemaik

Ich bin Gründer von "Web der Wunder" und interessiere mich sehr für die Informatik. Ich schreibe eigene Programme, die ich dann zum Teil auf meiner Homepage veröffentliche und programmiere Internetseiten. Außerdem mag ich Tischtennis und das Internet. ;-)
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2 Antworten zu Verkauft ICQ Benutzerdaten?

  1. Daniel schreibt:

    Ich weiß schon seit langem, dass ICQ ziemlichen Unfug mit den Userdaten anstellt. Darum benutze ich Trillian Astra, dass nicht nur mehrere Messenger einbindet, sondern auch frei einstellbar ist und ohne nervige Sounds, Werbung und Spiele daherkommt, wie sie ICQ jedem User aufzwingt.

    • Maik schreibt:

      also… ich finde es lobenswert, dass du dich zumindest softwareseitig von icq abwendest 😉
      allerdings: die nachrichten, die du (über deinen icq-account mit trillian) sendest, gehen trotzdem über die icq-server und werden eben dort geloggt. das ist das problem! man kann es nur umgehen, indem man kein icq und auch keinen icq-account verwendet.

      für die software gibt es einen banner-remover für jede version, google oder eine suchmaschine deiner wahl sollte dir helfen 😉

      ansonsten vielen dank für dein kommentar! 😀
      mfg Maik
      ps: auch die sounds in icq sind frei einstellbar…

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